02/08/2023

Die Einweihung der Talsperre Malter im Jahr 1913

Die Einweihung der Talsperre Malter im Jahr 1913 durch den säch­si­schen König Friedrich August III.

Die Talsperre Malter staut die Rote Weißeritz auf ihren Weg in die Elbe. Im 19. Jahrhundert lit­ten die Besitzer von Mühlen und Triebwerken unter den Launen des Flusses. Niedrig- und Hochwasser wech­sel­ten sich ab. 1892 grün­det sich ein Verein zur Nutzung des Weißeritzwassers. Sein Ziel ist die Schaffung einer Zwangsgenossenschaft zum Bau von Staubecken.
1909 wird die Weißeritztalsperrengenossenschaft gegrün­det. Der Zweck: Im Gebiet der Roten- und Wilden Weißeritz Talsperren anzu­le­gen. Für die Rote Weißeritz wird der Ort Malter als Baustelle fest­ge­legt. Die fei­er­li­che Grundsteinlegung der Sperrmauer fin­det am 28. September 1911 statt. Im Tal der Roten Weißeritz ver­än­dert sich viel. Über 40 Häuser wer­den abge­ris­sen, die Gleise der Schmalspurbahn Hainsberg-Kipsdorf wer­den ver­legt.
Zur fei­er­li­chen Einweihung tref­fen die könig­li­chen Automobile gegen 10 Uhr bei strah­len­dem Sonnenschein ein. An der Spitze „Seine Majestät“, der säch­si­sche König Friedrich August III. In sei­ner Begleitung der Kronprinz und der Prinz Friedrich Christian, alle in Uniform mit Pickelhaube, sowie zahl­rei­che Staatsminister. Der Amtshauptmann von Dippoldiswalde, Sala, emp­fing die Gäste und gelei­te­te sie zum Königspavillion. Von dort wohn­ten sie dem Weiheakt bei. Nach der fei­er­li­chen Übergabe der Talsperre an die Betreiber fand die eigent­li­che Weihe durch Superintendent Hempel aus Dippoldiswalde statt. In sei­nem Weihegebet sagt er u. a., dass die Talsperre ein Schutz wider Gefahren, ein Born des Glücks und der Wohlfahrt bis auf Kinder und Kindeskinder sein möge.
Danach schritt der König unter dem Donner der Böller als Erster über die Mauer und wan­der­te mit sei­nem Gefolge tal­auf­wärts bis zur Vorsperre. Zum Abschluss fand ein Festessen im Neuen Gasthof Malter statt. Eingedeckt war für 150 Personen. Nachdem noch ein Felsenkeller-Pilsner ser­viert wur­de, brach der König mit sei­nen Söhnen wie­der nach Dresden auf.
Der Chronist been­det sei­nen Bericht mit dem Ausruf: O, du geseg­ne­tes, kraft­strot­zen­des, gelieb­tes Sachsenland!

Quelle: digital.slub-dresden

 Heute ist das Gebiet um die Talsperre ein belieb­tes Naherholungszentrum der Dresdner Bevölkerung und das Kraftwerk lie­fert zuver­läs­sig Strom. Ich selbst habe dort vor vie­len Jahren Schwimmen gelernt.